Neues von den Uni-Nazis

Tilo Kriegel, bekannter Nazi an der HTW, Fachbereich Bauingenieurwesen/Architektur, tritt nicht mehr als Kandidat zur Wahl des Fachschaftsrates an. Mehr Infos zu Tilo Kriegel.

17.11.’09

Redebeitrag auf der Demo gegen den Naziladen “Larvik” am 18. 10. ‘08

Redebeitrag der Antifahochschulgruppe Dresden
18. 10. 2008, Demonstration gegen den Naziladen “Larvik” am Ferdinandplatz

Hallo liebe DemoteilnehmerInnen, hallo liebe Studentinnen unter euch!

Die letzten Tage und Wochen haben gezeigt, dass auch auf dem Campus die verstärkte Auseinandersetzung mit Nazis sichtbar wird. Flyer und Plakate für diese Demo und zuvor Sprühereien und Aufkleber gegen Rassismus und Nazis zeigen, das auch StudentInnen erkannt haben, das etwas getan werden muss, gegen die sich ausbreitende Nazisubkultur.

Nun stellt sich die Frage: Gibt es denn Nazis an der Uni? Selbstverständlich gibt es sie und dass es mehr geworden sind, liegt nicht daran, dass die Nazis jetzt schlauer sind, sondern schlicht daran, dass die Nazis besonders bei Jugendlichen mit ihrer Propaganda durchdringen. Auch der neue hippe, heterogene Style der Nazis, sowie die aufrührerische Pose sprechen mehr Jugendliche an. Diese landen eben früher oder später auch an der Uni und so kommt es, dass “Thor Steinar” - TrägerInnen und sonst wie erkennbare Glatzen in den Seminaren sitzen oder in der Mensa.

Beispielsweise ist dort der Soziologiestudent Ralph Paschwitz anzutreffen, da der Bodybuilder häufig und viel zu essen pflegt. Ralph verkehrt in Neonazikreisen und besucht regelmäßig Nazidemonstrationen.

Zu den wichtigsten Uninazis zählt momentan Tilo Kriegel, der seit 2007 an der HTW studiert. Kriegel ist gewähltes Mitglied des Fachschaftsrat Fachbereich Bauingeneurwesen/Architektur. Er kämpfte ehemals als Kickboxer für die Kampfsportakademie Dresden und - jetzt kommt’s - er ist der Mieter des “nationalen Jugendzentrum” auf der Oskar-Röder-Str.

Die Bande von der Oskar-Röder-Str., dort trifft sich die Dresdner Neonaziszene, lässt sich auch gerne mobilisieren, wenn es darum geht, gegen Veranstaltungen an der Uni vorzugehen, die sich gegen Rechts wenden. Zuletzt geschehen ist dies im Dezember vergangenen Jahres. Insgesamt 50 Nazis sorgten für Störungen einer Veranstaltung im Hörsaalzentrum mit dem Oberstaatsanwalt Schär zum Thema gerichtliches Vorgehen gegen Rechte. Die Nazis blockierten erst den Veranstaltungsraum, flogen raus, hielten dann eine kleine Demonstration vor den Fenstern des Veranstaltungsraumes ab, wobei sie mit einem Megafon und Scheibenklopfen massiven Lärm erzeugten, der die Veranstaltung unterbrach und griffen dann - unter den Augen der Polizei - VeranstaltungsteilnehmerInnen tätlich an, wonach die Polizei nicht willens war, den Täter umgehend zu identifizieren.

Störungen von Veranstaltungen an der Uni waren auch vorher schon ein regelmäßiges Aktionsfeld der Nazis und auch die Polizei hat sich herzlich wenig um das Problem gekümmert. Hier sind die StudentInnen und AntifaschistInnen also selbst gefragt, zu handeln, um Veranstaltungen gegen Rechts an der Uni möglich zu machen. Die Antifa Hochschulgruppe unterstützt euch dabei in jedem Fall.

Auch gegen Thor Steinar auf dem Unigelände wird es weiterhin Aktionen geben.

Bringt euch ein, wo ihr steht und lebt! Kein Fußbreit den Nazis an der Uni und anderswo!

Ausstellung über Sudetendeutsche AntifaschistInnen auf dem Campus der TU Dresden

Zitat: Ausstellung “Vergessene Helden”, Gedenkstätte Münchner Platz Dresden

“Vergessene Helden. … auch sie waren gegen den Faschismus”

3. September bis 23. November 2008
Mo-Fr 10-16 Uhr, So 11-17 Uhr
Eintritt frei
Veranstaltungsort: Gedenkstätte Münchner Platz Dresden

Nach der Annexion des Sudetenlandes 1938 und der Errichtung des „Protektorat Böhmen und Mähren“ 1939 leistete eine große Zahl Tschechen Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Viele von ihnen wurden von deutschen Gerichten verurteilt, tausende hingerichtet. Allein in Dresden starben bis 1945 über 850 Tschechen unter dem Fallbeil.

Auch tschechische Staatsbürger deutscher Nationalität beteiligten sich am Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Sie unterstützten vor 1938 den Widerstand in Deutschland und nach 1938/39 den Kampf ihrer tschechischen Mitbürger. Nach 1945 fand ihre Beteiligung am antifaschistischen Kampf jedoch keine gebührende Würdigung. Wie alle anderen Deutschen auch wurden sie in die Maßnahmen gegen die „feindliche Bevölkerung“ einbezogen und aus ihrer Heimat vertrieben. Ihr Mut und ihre Solidarität gerieten in Vergessenheit.

2005 öffnete eine Erklärung der tschechischen Regierung die Türen zur Erforschung dieses dunklen Kapitels der tschechischen Geschichte. Sie zollte darin auch den ehemals tschechischen Bürgern deutscher Nationalität, die sich am Kampf gegen die nationalsozialistischen Besatzer beteiligten, ihre Anerkennung und bedauerte deren Ausgrenzung aus dem nationalen Gedenken. Ein Projekt des Instituts für Zeitgeschichte Prag, des Museums der Stadt Ústí nad Labem und des Nationalarchivs in Prag machte es sich zur Aufgabe, die Erinnerung an diese „vergessenen Helden“ wachzurufen. Das Ergebnis dieser Forschungen wird in dieser überarbeiteten und erweiterten Fassung erstmalig in Deutschland gezeigt.

Schöne Ferien und hallo Ersties!

Wir wünschen schöne Semesterferien und den Erstsemestern schon mal einen guten Start!

Zu Semesterbeginn im Herbst ‘08 will die AHSG wieder präsenter werden und ihr seid herzlich eingeladen, Euch dabei zu beteiligen.

Bis dahin empfehlen wir euch die Lektüre der Website add’n - Antifa Dresden News.

Nazis schlugen an Uni zu - Polizei unfähig den Täter zu ermitteln

Sächsische Zeitung, 12. August 2008

Strafvereitelung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizeibeamten

Von Alexander Schneider

Eine Dresdner Studentin ist fassungslos: Der Nazi, von dem sie geschlagen wurde, ließ sich nicht fassen. Dabei hatte sie der Polizei den Täter sogar gezeigt.

Es geschah während eines Vortrags einer Hochschulgruppe und der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Dezember 2007 in der TU Dresden. Oberstaatsanwalt Jürgen Schär berichtete im Hörsaalzentrum an der Bergstraße darüber, wie seine Behörde strafrechtlich gegen Rechtsextremisten vorgeht. Doch der Abend wurde zu einer Lehrstunde, wie es besser nicht läuft.

Wie so oft bei derartigen Veranstaltungen kamen auch an jenem Mittwoch mehrere Dutzend Nazis, um den Vortrag zu stören. Ausgestattet mit Transparenten und Megafon machten sie Lärm und trommelten minutenlang an die Jalousien. Die Polizei musste das Hausrecht der Veranstalter durchsetzen.

Studentin Anja S. (23, Name geändert), die den Vortrag besucht hatte, ging mit anderen hinaus, um sich den Nazi-Auflauf anzusehen. Als sie ein Foto machen wollte, kam ein junger Mann auf sie zu und schlug ihr mit der Faust gegen die linke Schläfe.

Anja S. erlitt eine Prellung. Doch ehe sie zum Arzt ging, erstattete sie Anzeige. Und sie zeigte dem Beamten den mutmaßlichen Täter vor dem Hörsaalzentrum. Er trug eine blaue Jacke, auf der „North Face“ stand. Die 23-Jährige bat den Polizisten, endlich die Identität des Schlägers festzustellen. „Doch der Beamte tat nichts“, empört sich die Studentin: „Er sagte, es sei unnötig, man habe alles gefilmt und könne den Täter auf Band identifizieren.“

Ein halbes Jahr später hat Anja S. nun einen Brief der Staatsanwaltschaft erhalten. „Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt, weil der Täter nicht ermittelt werden konnte“, stand da knapp. Anja S. war entsetzt: „Erst gibt’s paar aufs Maul und dann bekommt man von der Polizei keine Hilfe“, sagte sie. Insgeheim hatte sie dieses peinliche Ergebnis längst befürchtet, denn auf dem Video war der Täter nicht zu erkennen. Anja S. erstattete wieder Anzeige: wegen Strafvereitelung im Amt gegen den Polizeibeamten. Und sie reichte eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Beamten. Die Polizei bestätigte den Vorfall. Es wäre das Mindeste gewesen, vor Ort die Identität des Verdächtigen festzustellen, sagte Polizeisprecherin Jana Ulbricht. „Aber es gibt Situationen, in denen es wegen der Lage schwer möglich ist. Ob das hier zutrifft, muss nun geprüft werden.“

Mike Sturm, Rechtsanwalt von Anja S., sagte, er bezweifele, dass etwas bei den Ermittlungen gegen den Polizisten herauskommen wird: „Aber das Verfahren allein hat Signalwirkung. Ich hoffe, dass das bei den Behörden ankommt.“

Weitere Informationen hier: Neonazis stören Vortrag im Hörsaalzentrum



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